King of the Lake 2026 – mein Rennbericht vom 47,2-km-Zeitfahren rund um den Attersee

King of the Lake 2026: 47,2 Kilometer rund um den Attersee, volles Aero-Setup und große Erwartungen. Mein Recap.

Datum

Lesezeit

4–6 Minuten
Der Baranski beim King of the Lake 2026
Mehr geht nicht: Einmal im Jahr Vollgas um den Attersee beim KOTL

King of the Lake 2026 – zurück in meinem Wohnzimmer

Zack, wieder ist ein Jahr um. Diese Saison habe ich ja die ganze Zeit erzählt, dass mich nur noch der King of the Lake um den Attersee interessiert und alle anderen Zeitfahren nur noch Vorglühen oder ein besseres Training seien. Samstag war er jetzt, der KOTL, und es war wieder ein Hammertag rund um den See. Ob ich denn nun damit zufrieden bin, lest ihr im Folgenden. Wird vermutlich lustig. Auf meine Kosten. Mir doch latte.

Das Einzelzeitfahren rund um den Attersee und ich, wir haben eine fette Historie. Einige meinen, das sei mein Wohnzimmer. Dafür ist es zwar etwas weit weg, aber trotzdem war das inzwischen mein zehntes Mal vor Ort. Wer die immer noch nicht kennt, hier geht es zur Geschichte aus den Jahren 2017 und 2018 samt dem Fiasko mit Heckenschnitt und Sieg im Folgejahr.

Marcus Baranski auf dem Thron beim King of the Lake 2018
Meine 15 Minuten Ruhm beim KOTL-Sieg 2018

In meiner für manche vielleicht überraschend selbstreflektierten Art behaupte ich einfach mal, dass ich ohne den KOTL nicht der wäre, der das hier heute in seinem Blog schreibt, einen Shop für Schnellfahrzeug betreibt und inzwischen mit nur noch mittelmäßiger Leistung gerne mal als Zeitfahrexperte bezeichnet wird. Nicht von mir, sondern von Dritten wie etwa Tobi von der RTF-Crew, der es auch mal versuchte mit den Sub60 und trotz meiner Ratschläge und Materialtuning jetzt schon einen Grund für eine Wiederholung in 2027 hat. RTFs kann er ja dann fahren, wenn er wie sein Kumpel Max Walscheid in Rente geht. Der hatte beim KOTL nämlich eins seiner letzten Rennen und pulverisierte in unter 53 Minuten auf die 47,2 Kilometer den Streckenrekord.

Max Walscheid bei seinem Streckenrekord rund um den Attersee beim King of the Lake 2026
Zwei Meter Aerodynamik-Lehrgang von Herrn Walscheid

Warum der King of the Lake immer schneller wird

Egal ob World-Tour- oder Turnschuhfahrer, das Event der Atterbiker hat sich inzwischen international zu dem Klassiker gemausert, bei dem dieses Jahr über 1.600 Starter von der Startrampe gingen, sich locker dreimal so viele dafür beworben haben und Leute aus 27 Ländern zum Radfahren nach Oberösterreich kamen. Das permanent gute Wetter Ende September und der seit Jahren mit viel Aufwand betriebene Livestream dürften ein Übriges getan haben, um alle so richtig heiß zu machen. Schon mal perspektivisch fürs nächste Jahr: Nein, ich kann dir keinen Startplatz besorgen.

Der Run auf die Slots spiegelt sich auch in dem immer höheren sportlichen Niveau wider, und zwar durch alle Klassen. Meine Zeit von 1 Stunde und zwei Sekunden in 2018 war das letzte Mal, dass man damit noch auf den Thron durfte. Im Jahr danach war es schon deutlich unter einer Stunde durch den Herrn Hermanutz und dieses Jahr waren es satte 38 Leute unter einer Stunde. Zu den Ergebnissen geht es gesammelt hier.

Der Baranski in Aeroposition deluxe beim King of the Lake Einzelzeitfahren 2026 in Österreich
Ein Ziel wurde erreicht: Porno aussehen.

Wer es bis jetzt noch nicht rausgehört hat, der kann sich das weite Runterscrollen nach mir auch gleich sparen. Egal, wie ich es drehe oder wende, alle diese Varianten sind nicht, was ich mir erhofft hatte aufgrund der Vorbereitung, des komplett aufgebohrten und natürlich nicht UCI-legalen Materials und Apparels und meiner Wattwerte zuletzt:

87. Platz overall

60. Platz in der Amateurwertung

7. Platz in der U 60

3. Platz in der ausgedachten Hamburg-internen Wertung hinter den Heißdüsen Kitzki und Ubben

Ersterer war zum ersten Mal vor Ort und hat fett abgeliefert mit dem dritten Platz und einer Zeit von 56 Minuten 46. Ich könnte jetzt behaupten, das habe an meinen derbaranski.shop-Stickern auf seinem Helm gelegen, hat es aber nicht. Es war der Vorderreifen, der von mir kam. Wohlgemerkt in 25 Millimetern und für Felgenbremsen auf einem alten Canyon Speedmax. Mit Glück ist das Rad bald mal ein separates Video auf meinem YouTube-Kanal wert. So schnell wie mit dem Bike war ich nämlich auch nie wieder.

Baranski im Zielsprung beim King of the Lake Sieg 2018
Sieg beim KOTL 2018, ging auch mit Felgenbremsen

Materialschlacht am Attersee

Wo wir beim Thema Material sind. Natürlich war ich mit dem neuesten Hype am Start. Von Kopf bis Fuß. Neben dem neuen Canyon Speedmax samt Flaschen überall, den neuen SRM-Pedalen, Pirelli-Reifen, Stulpen von Swiss Side, einem Custom-Einteiler von Ryzon, der mir extra mal für die UCI-Masters-WM in Dänemark gebaut wurde, über die leichte Citec-Scheibe und mit einem der neuen, gerade extrem gehypten Helme samt extra breitem Visier von ABUS: Alles schrie nach endlich mal wieder geil abliefern. Und weil das noch nicht genug war, ging es dieses Jahr auch noch mal mit dem Teutenberg auf die Bahn in Büttgen zum Aerotest.

Am Vortag die Vorbelastung war easy machbar, einen Plan hatte ich und unterwegs hat es sich auch alles prima angefühlt. Dummerweise hat es dann trotz Ausbelastung wieder nicht hingehauen, mich endlich mal wieder zufrieden aus dem KOTL rausgehen zu lassen. 1 Stunde, 2 Minuten und 36 Sekunden aufgrund der fehlenden Watt waren nicht geil. Da hilft es auch nichts, dass ich inzwischen offenbar super auf dem Rad sitze.

Vollgas rund um den Attersee beim King of the Lake 2026: Marcus Baranski
Anschlag mit Seeblick beim KOTL 2026

310 Watt, 45 km/h – was sagt das über die Aerodynamik?

Für alle Experten, die das jetzt immer fragen würden, hier mal was für eure KI zum Rumspielen:

Systemgewicht 100 Kilo, Durchschnittswatt 310. Ja, 310. Reifen waren Pirellis P ZERO™ Race TLR SL-R in 28 und 30 mm und 4,8 Bar. CdA ist das welcher? So viel vorab: Da hat sich in acht Jahren offenbar gar nicht so viel getan. Zum Vergleich: Gewonnen habe ich damals mit einem aus heutiger Sicht komplett oldschool Rad, Position, Training und Know-how mit 337 im Schnitt und genau 47,2 km/h.

Zeitfahrposition anno 2019 beim King of the Lake Zeitfahren
Position anno 2019
Hightech und moderne Sitzposition beim King of the Lake 2026: Der Baranski auf dem Canyon Speedmax
2026 nennt man das auch progressive Position

King of the Lake 2026 – war’s das jetzt?

Unabhängig davon war das Event aber auf jeden Fall wieder die Reise wert. Wo findet man das sonst noch? Eine große Runde voll abgesperrt, keine Wendepunktstrecke. Europas stärkste TT-Heißdüsen alle in Topform. Wie immer super Wetter Ende September? Eben. Da sind dann die jeweils zwölf Stunden Autobahn pro Richtung auch verkraftbar. Auch wenn ich jetzt gut gegrillt bin und mich auf die Off-Season freue. Normalerweise kommt jetzt immer noch der Satz mit „ich höre auf“, aber daran glaubt ja eh keiner mehr. In diesem Sinne schönen Winter, wir sehen uns!

Danke für die Bilder an Roland Scheichl, Martin Granadia und Sportograf!

Marcus Baranski im Ziel beim King of the Lake 2026
Ende Gelände im Ziel beim KOTL

Na, immer noch da und Bock auf Einkaufen? Auch da kann ich helfen:

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