Der Baranski meets den Race Across America Sieger 2025 Philipp Kaider

Passend zum Start der 2026er Austragung kommenden Dienstag heute bei mir im Blog: Der Sieger des Race Across America 2025, Philipp Kaider.

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6–8 Minuten

Der junge Mann, um den es hier heute geht, ist Österreicher. Und er fährt gern lange Dinger. Einmal im Jahr durchquert er sogar einen ganzen Kontinent von links nach rechts. Und letztes Jahr hat er da sogar gewonnen. Willkommen bei mir im Blog #fratzengeballer, all the way from beautiful Vienna, Mister Philipp Kaider, Sieger des Race Across America 2025!

Da freut sich einer über zehn Kilo Trophäe: Sieger Philipp Kaider beim Race Across America 2025.
Da freut sich einer über zehn Kilo Trophäe: Sieg beim RAAM 2025

Trendsport Ultracycling

Eine Enttäuschung vorweg: Anders als dieses Jahr gefühlt jeder Influencer, werde ich nicht auch noch zum Langstreckenpiloten. Und ich fahre auch nicht im Vierer-, Achter- oder Sechszehnerteam mit der Kelly Family beim RAAM mit. Mir waren nämlich schon die 180 Kilometer bei der Staffel in Roth immer gute 90 Minuten zu lang. Dafür stehe ich zu sehr auf dieses Race-Feeling mit Messer zwischen den Zähnen und am Ende nicht mehr stehen können. Das ändert aber nichts daran, dass ich großen Respekt vor dieser Szene habe, die offenbar auch abseits von Instagram kräftig am Wachsen ist. Durch Europa von oben nach unten, von West nach Ost, einmal rund um Sachsen, Nieder-, Ober- oder Gesamtösterreich, oder von Flensburg bis Garmisch, Langstrecke boomt. Egal ob nun mit abgesägter Zahnbürste unsupported oder mit Teamtruck und wahlweise Rennrad oder TT-Hobel samt Betreuerteam im Schlepptau.

Philipp Kaider auf dem Weg zu seinem Sieg 2025 bei Race Across America
Sieht aus wie gemalt: Endlose Weiten beim RAAM 2025

Zufallsfund beim KOTL: Philipp Kaider

Wer hier schon länger mitliest, dem wird jetzt schnell ein Christoph Strasser einfallen, in Ultracyclingkreisen eine Legende und sechsfacher Sieger des RAAM. Auch ein Ösi, auch regelmäßiger Gast beim King of the Lake Zeitfahren und da irgendwann eine neue Bekanntschaft von mir im Bierzelt. Und genau da, bei diesem KOTL habe ich Herrn Kaider letztes Jahr kennengelernt. Genauer gesagt saß da einer mit Flat Cap gegenüber von mir beim VIP-Kickoff, zu dem ich warum auch immer jedes Jahr eingeladen werde. Wie immer wieder geunkt wird, ich habe eigentlich gar keine Ahnung vom Radsport und deshalb kannte ich ihn nicht.

RAAM Sieger 2025 Philipp Kaider beim King of the Lake Zeitfahren rund um den Attersee 2025
Einmal rund um den Attersee statt quer durch die USA: Herr Kaider beim KOTL

Kaiders sportliche Vita

Ich bin ja aber lernfähig. Auf der Messe am Renntag habe ich gelernt, dass er auch eine eigene Marke für Sports Nutrition namens No Carbs No Glory hat, sowie meine Leidenschaft für Fahrräder von Scott teilt. Ach ja, und dass er nach Wolfgang Fasching, dem Straps von oben, Franz Spilauer und Severin Zotter ein weiterer Österreicher ist, der aktuell die Langstrecke dominiert. Weil neben dem RAAM hat er unter anderem das hier gewonnen, neben tatsächlich auch ein paar normalen Zeitfahren: Die WM im 24-Stunden-Einzelzeitfahren, das Race Around Niederösterreich, das Race Around Austria und diverse 24-Stunden-Rennen. Zur Einordnung für alle Heißdüsen da draußen: Den Trans-Austria-Rekord hat er mit 19 Stunden für 673 Kilometer gebrochen, was einem über 35er Schnitt entspricht. Wer noch mehr zu seinen sportlichen Erfolgen wissen will, der Mann es so richtig geschafft und einen eigenen Eintrag bei Wikipedia. Aber bitte Zeit mitbringen!

Philipp Kaider beim RAAM 2025
Bei Rückenwind auch mal drin: Wiegetritt und Posing für den Kameramann

Willkommen im echten Leben

Und wer jetzt abschaltet, weil es nur um ewige Stunden im Grundlagentempo im Sattel geht, der sollte dranbleiben. Weil der Kaider nicht immer so eine Sportskanone war und eben auch kein Vollzeitprofi ist. Er arbeitet nämlich immer noch 20 Stunden als Krankenpfleger auf der Intensivstation, weil die 40, die er ewig neben dem Training geleistet hat, irgendwann mit den 20 Stunden Training pro Woche kollidierten. Dabei hat er übrigens den gleichen Trainer wie Herr Strasser, Max Kinzlbauer. Überhaupt finden sich beide RAAM-Sieger offenbar ausgesprochen sympathisch und gönnen sich den Erfolg. Sowas ist ja auch nicht immer der Fall.

Philip Kaider im wahren Leben als Krankenpfleger auf der Intensivstation
Im normalen Leben arbeitet Kaider als Krankenpfleger auf der Intensivstation

Knackpunkt Kohle

Der größte Knackpunkt bei Rennen wie dem RAAM, neben der physischen und mentalen Komponente ist nämlich die Finanzierung. Sprich Kohle macht damit keiner, eher wirft man sein Geld als Teilnehmer mit beiden Händen großzügig aus dem Fenster. Seine Premiere, die er 2025 dann auch gleich gewonnen hat, lag laut Kaider bei 60.000 Euro für die elf Leute, Flüge, Wohnmobil, Begleitfahrzeug, Starlink und eigenem Kameramann. Den hatte er nämlich dabei für einen Film, den es inzwischen gibt, und den es ab September zu kaufen gibt. Titel, ganz Langstrecke: „Der Weg zu mir“.

Philipp Kaider bei der Premiere seines Films "Der Weg zu mir" nach einem RAAM Sieg 2025
Teil des Projektes RAAM 2025 war von Anfang an der passende Film dazu: Der Weg zu mir

Vieles einfach auf eine Karte gesetzt

Dass es eine Punktlandung werden würde, also man gleich mit dem Sieg nachhause fliegen würde und dann damit als Sprecher und per Film eventuell ein bisschen Geld verdienen würde, war ja vorher alles andere als klar. Kaider hat das einfach gemacht und wie so vieles war das einfach seine im positiven Sinne abgewichste Art, die in unseren Gesprächen immer wieder durchkommt. Er macht einfach, und wenn alles passt, dann geht das gut.

Philipp Kaider bei seinem Race Across America Sieg 2025
Mit Tempo Richtung Ostküste beim RAAM 2025

Kaiders Teambuildingstrategie

Ähnlich hat er sich auch an die Zusammenstellung vom Begleitteam gemacht. Sowas kann unter den Extrembedingungen ja bestialisch floppen, auch wenn man eingespielt ist und sich ewig kennt. Wer mal zwei Wochen im Trainingslager war und es nur ein paar Tage regnet, der weiß, worauf ich hinauswill. Die Helfer arbeiten ja alle unentgeltlich und verbraten ihren Urlaub dafür, dir beim RAAM deine Flüssignahrung anzureichen, dir Gesicht und Hintern abzuwischen, dich regelmäßig aus deinem Delirium zu holen oder dein Geschrei anzuhören, wenn was nicht läuft.  Und wer war das Team Kaider 2025? Ein bunt zusammengewürfelter Haufen von elf Leuten, die sich vorher nicht zwingend kannten, das RAAM als Teambuilding-Event genutzt haben und vorher durch eine Umfrage „nur“ wussten, wer laut eigener Aussagen in stressigen Situationen worauf wie reagieren würde. Interessanter Ansatz, der kam vorher vom Teamchef – und ging auf.

Perspektivisch vielleicht mal eine Idee statt Hochseilgarten oder Escape Room, wenn Unternehmen ihre Belegschaft zusammenschweißen wollen: Einer fährt einfach das RAAM und die anderen supporten ihn. Bringt ihr mir dann bitte ein Autogramm von Joey Kelly mit?

Philipp Kaider bei der Indoor Charity 2024
Charity Riders gehören seit Jahren zu Kaiders Jahresplanung

Vom Kettenraucher zum Race Across America-Sieger

Wie man so abgebrüht sein kann, so ein Unterfangen so und nicht anders anzugehen? Vielleicht weil man aus dem wirklichen Leben (siehe oben die Intensivstation) weiß, dass es eigentlich Wichtigeres gibt als den Sport? So ein Typ hat vermutlich sein Leben lang nichts als Sport gemacht und kasteit sich seit Jahren. Äh, nein, Herr Kaider hat in seinen Zwanzigern gesoffen und geraucht, in einer Rockband gespielt und wenn er mal Fußball gekickt hat, war das vermutlich eher Kneipenniveau. Der Wandel kam, als sein Schwiegervater ihn beim Radfahren einmal so richtig nass gemacht hat. Damit war dann Schluss mit Rock´n´Roll und die Distanzen wurden schnell immer länger und das Tempo höher. Heute steht auf seiner Website „Vom Kettenraucher zum Race Across America-Sieger“ und der Kaider hat offenbar beides konsequent durchgezogen (!).

Philipp Kaider in seinem vorigen Leben. Vom Kettenraucher mit eigener Rockband zum Race Across America Sieger
Vom rauchenden, saufenden Couchsurfer zum Ultacyclingfahrer: Philipp Kaider

Werbung für den derbaranski.shop

Du willst jetzt auch wie Philipp sein? Dann fang doch ganz einfach an und kaufe wie er seit Jahren sein geiles Schnellfahrzeug bei mir im derbaranski.shop ein. Philipp fährt seit letztem Jahr auf meinen gewachsten Ketten und der Großteil seiner Cockpit-Parts kam auch mal von mir. Auch wenn das natürlich schwer belegbar ist, aber wenn er dieses Jahr noch schneller durch die Staaten bügelt, dann liegt das vermutlich auch an meiner Privatsprechstunde, wo wir über das eine oder andere Detail an seinem Setup gesprochen haben.

Geiles Schnellfahrzeug für sie und ihn und ihre Räder: Der derbaranski.shop
Hier kauft nicht nur der Kaider sein Schnellfahrzeug: derbaranski.shop

Das Race Across America 2026

Das diesjährige RAAM findet vom 16. bis 20. Juni statt und wenn das alles funzt, kann man Philipps Vorankommen hier per Tracking verfolgen.

Der Österreicher Philipp Kaider auf dem Weg zum Sieg beim Race Across America 2025
Immer unterwegs nach Osten beim RAAM

Kaiders Kanäle

Vorher, nachher und überhaupt findet man ihn sonst hier im Netz, hier auf Instagram, zu seinen Carbs geht es hier, sein Linkedin findet man hier und sein eigenes Pocast-Format gibt es hier.

Mit Glück findet man Richtung Herbst auch wieder Termine, auf denen er von seinen Abenteuern erzählt. Aber aufgepasst, Philipp Kaider redet laut eigener Aussage irrsinnig viel. Das kann ich bestätigen. Gegebenenfalls hilft da vorab ein wenig Wienerisch für Anfänger.

Fotocredits: Atterbiker/ Roland Scheichl, Joe Ambrosch, privat, Steiger, Mösinger.