
Baranskis Ironman Hawaii Guide
Mein etwas anderer Ironman-Hawaii-Guide: Essen, Bier, Rennradfahren, Mauna Kea, Shopping, Freebies und ein paar Tipps für die Rennwoche in Kona.
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Baranskis Ironman Hawaii Guide
Nach 15 Mal habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich in der Rennwoche in Kailua-Kona rumgeturnt bin. Zwar nie zum Mitmachen, aber immer mit Fahrrad in der Tasche beziehungsweise dann auf dem Highway, in den Bergen oder auf dem Alii Drive unterwegs. Morgens im Dunkeln fing es immer an mit dem Early Morning Ride, u. a. mit der SRAM-Crew, dann ging es verschwitzt ins Lava Java, schnell geduscht und auf die Messe oder zu einem von zig Launch-Terminen, wo wieder der schnellste Irgendwas auf der Welt vorgestellt wurde. Gern wurde auch das wieder kombiniert mit einem kurzen 10-Kilometer-Zeitfahren all-out und auf nüchternen Magen auf dem Highway oder, wenn abends, mit einem oder zwei Bier.
Kein Bier auf Hawaii???
Wobei wir beim ersten Mythos wären. Keine Ahnung, wer Paul Kuhn den Floh ins Ohr gesetzt hat, aber geiles Bier gibt es vor Ort inzwischen mehr als hier in Hamburg. Gerade wer wie ich auf IPA und Co. steht, der wird in jeder Kneipe und jedem Supermarkt mehr als fündig. Wer am Ironman teilnimmt, der wartet damit einfach bis Samstagabend nach dem Rennen. Ich wette, es wird auch wieder was mit Umdrehung bei der Zielverpflegung oder spätestens am Sonntag bei der Awards Ceremony geben. Für alle anderen gern schon vorher Feuer frei!

Ein Tipp ist die Brauerei, übrigens ganz bequem oberhalb vom King Kam Hotel gelegen. Da muss man dann hinterher nur ein paarmal umfallen und ist im Bett. Da gibt es zig Sorten, Pizza und jede Menge tätowierter Locals am Tresen lehnend, die gern auch mal gar keinen Bock auf Triathleten haben.
Kona-Knigge
Womit wir den Knigge-Part mal eben abhaken können. Also, wenn du nicht extra wegen des Ironman vor Ort bist oder da irgendwie Geld mit verdienst, dann ist es wie in den Vier- und Marschlanden bei Hamburg, wo die Locals inzwischen nur noch genervt sind von den Leuten auf Rädern, die den Alltag stören. Denen geht es nicht nur um die Sperrungen rund um den Renntag, sondern auch um alles im Vorfeld.

Also bitte benehmt euch. Grüßt immer freundlich und alle. Haltet an jedem Stoppschild an, auch wenn das in der Situation noch so überflüssig aussieht. Lasst im Zweifelsfall den Fußgängern den Vortritt und denkt immer mit für jemanden, der zwei Meter über euch in seinem Monstertruck sitzt und mit euch so gar nichts anfangen kann, wenn ihr ihm den Weg zur Arbeit, seiner Torte oder zum Surfen verlangsamt. Wenn ihr mal aus der Hose müsst, dann löst das etwas dezenter als vielleicht hier in Deutschland. Und lebt damit, dass ihr nicht nur angehupt und extra eng überholt werdet, sondern man euch auch gern mit allem Möglichen beschmeißt, was gerade so im Fußraum rumfliegt. Alles kein Witz, alles so erlebt.
Abseits vom Highway

Wo wir gerade beim Queen-K-Highway sind: Es gibt bis auf den Renntag ganz sicher kein beschisseneres Stück Straße auf Big Island, um Rennrad zu fahren. Müll, Glas, Schlaglöcher und Dieselwolken von viel zu eng überholenden Trucks gehören da dazu. Eins meiner Highlights war ein toter Esel, auf dem Rücken liegend am Streckenrand, der nach ein paar Tagen in der Sonne einfach explodierte. Also passt doppelt und dreifach auf und weicht vielleicht mal aus.

Mein Tipp, auch weil das landschaftlich gleich viel schöner ist: Fahrt von Kona aus ins Landesinnere, da gibt es massig Straßen, wo man seine Ruhe hat, mal abgesehen von freilaufenden Hühnern oder riesigen Wildschweinen. Aber Obacht, mit dem 58er-Monoblatt aus dem derbaranski.shop wird das da nichts, schließlich ist man auf einem Vulkan unterwegs.
Ich habe mich mehr als einmal gewundert, oft erst beim Runterfahren, wie verdammt steil das da alles ist. Auch wenn man nicht ganz auf den Mauna Kea hochfährt, wie das zuletzt bei den Fitnessmodels Mode ist. Verpflegungstipp neben den Mangos und Papayas an der Straße: Bananenbrot von der Tanke.

Mauna Kea – ganz nach oben

Das ist einer meiner Haupt-Tipps: Wenn ihr schon bis ans andere Ende der Welt fliegt, dann fahrt auch auf den in der Summe höchsten Berg der Welt, den Mauna Kea. Das werdet ihr nie wieder vergessen. Zum Sonnenaufgang ist da wenig los, ihr müsst nur früh los, was aber kein Ding ist dank vermutlich ja eh Jetlag.
Checkt im Vorfeld die Wetterlage, es kann nämlich vorkommen, dass man auf halber Höhe vom Ranger zurückgeschickt wird, wenn oben Eis ist. Ein voller Tank, alles an dicken Sachen, was ihr dabei habt, und ein Allradantrieb sind auch Pflicht.
Auf dem Rückweg lohnt dann entweder eine Verlängerung des Trips rechts runter nach Hilo. Oder ihr fahrt zurück nach Kona zum Trainieren. Vorher gibt es in Waimea vermutlich den einzigen Starbucks auf der Insel, wo ihr keine Kompressionsstrümpfe und Finisher-T-Shirts sehen werdet, dafür aber echte Cowboys. Kein Witz.
Baranskis Food-Tipps
Wer viel Sport macht, der kann ja auch viel essen. Wer wüsste das besser als die fittesten Menschen des Planeten, also ihr alle. Also außer und nach denen von Hyrox. Auch wenn ihr als Teilnehmer vielleicht lieber beim Mitgebrachten und/oder Alt-Erprobten bleiben wollt, lasst euch das ein oder andere folgende Leckerli – zur Not nach dem Rennen – nicht entgehen, ihr würdet es bereuen:
Poke

Es kommt von hier, auch wenn es inzwischen in jeder deutschen Kleinstadt verfügbar ist. Unterschied, je nach Rangehensweise auf Big Island: Der Fisch ist frisch. Der Klassiker ist Da Poke Shak, auch wenn die Hütte von außen eher wie eine Pommesbude aussieht. Wie das immer so ist bei frischen Sachen: Wenn der Fang des Tages alle ist, machen die einfach Feierabend und gehen surfen, gern auch mal schon mittags. Plus ihr müsst da ewig anstehen. Dafür gibt es da auch tolle T-Shirts.

Ein Tipp zum Ausweichen sind die Frischetheken in ein paar Supermärkten, etwa dem Foodland/Sack N Save oberhalb vom Zielbereich. Aufgepasst, es gibt zwei Qualitäten, die sich dadurch unterscheiden: eine mit schon mal gefrorenem Fisch und die andere halt frisch. Der doppelte Preis von frisch lohnt aber, weil hey, du bist eh schon auf Hawaii.
Poke mit Tofu, Chicken oder anderem Käse, der da nicht reingehört, kannst du dann wieder am Gänsemarkt essen. Oder noch besser, auch kein Witz, eine Poke Bowl mit Dosenthunfisch – in Buchholz in der Nordheide.
Burger

Hawaii is not America, aber trotzdem welcome to the USA! Mehr als Burger King geht hier aber schon. Bei Ultimate Burger oder im Island Ono Loa Grill gibt es Hammerteile mit Grass Fed Beef, also Rindfleisch vom Cowboy von weiter oben. Oder alternativ was mit Fisch oder vegan.
Gerade mit dem zweiten Laden unterstützt ihr dazu ein ganz kleines Familienunternehmen, die mir mal gesagt haben, dass sie vom Ironman sowas von gar nichts haben, weil die Triathleten sie links liegen lassen oder vielleicht einfach nicht finden. Also direkt in dem abgewrackten Shoppingcenter hinter dem Lava Java.
Mexican Food
Auch das gibt es hier, und zwar am besten bei Killer Tacos als Take-away im Gewerbegebiet hinter der Brauerei. Ihr könnt euch das Menü ewig lange durchlesen und dann nehmt ihr einfach den größten Barnyard Burrito mit einmal alles und scharfer Soße. Schaffen tut ihr den dann nicht. Auch die haben übrigens tolle T-Shirts.
Hawaiian BBQ
Klassiker von vor Ort und inzwischen auch auf dem Festland zu kriegen sind die leichten lokalen Spezialitäten (nicht) von L&L Hawaiian BBQ. Eine Filiale findet ihr direkt neben dem Sack N Save von eben. Meine Favoriten sind das Shrimp Omelette zum Frühstück, Fried Chicken oder der Garlic Ahi.

Alles kommt immer mit einem Kilo Reis (white, brown, egal). Schaffen tut man auch das nicht und auch hier gibt es manchmal tolle T-Shirts.
Shop till you drop!
Support your local Bike Works
In der Rennwoche platzt er aus allen Nähten. Ich war aber auch schon mal unabhängig vom Ironman da und da wundert man sich, wie der Laden überhaupt existieren kann. Bike Works ist ein US-Fahrradladen, wie er im Buche steht, und während des Ironman ist er zentraler Anlaufpunkt für alle Pflegefälle, die sich mit kaputten Rädern auf den Weg nach Hawaii machen, um da ihr Saisonhighlight wegen gerissener Bowdenzüge oder keiner Milch mehr im Tubeless-System zu vergeigen. Supported also diesen Laden. Kauft auch da wenigstens ein T-Shirt.
Die besten Hawaii-Shirts
Was wäre ein Trip nach Hawaii, ohne mindestens ein Hawaii-Shirt zu kaufen, das du nachher nie wieder anziehst, außer vielleicht beim Schlagermove. Tue dir selbst einen Gefallen und kaufe ein echtes. Also Made in Hawaii und mit Holzknöpfen. Die gibt es mit Glück und wenn der offen hat auf dem Farmers Market direkt gegenüber der Ironman-Messe am Alii Drive. Da gibt es auch richtig gutes Obst von vor Ort. Oder ihr findet die Aloha-Shirts witzigerweise auch bei Walmart. Der ist an sich schon die Reise um die halbe Welt wert.
Die zig ABC Stores

Was 7-Eleven auf dem Festland ist, sind auf Hawaii die ABC Stores. Der ganze Ort ist voll davon und neben einzeln eingeschweißten Bananen, jeder Menge Souvenirs aus China und Hawaii-approved Sunscreen (korallensicher und damit penetrant wie Penatencreme) gibt es da auch einen begehbaren Kühlschrank mit allem, was man vor oder nach 18:00 Uhr zum Trinken braucht. Alles natürlich convenient und derbe überteuert. Aber merke: „Save your receipt to get free gift“ und wenn ihr wie ich immer für über hundert Dollar in der Woche Bier und Red Bull kauft, dann dürft ihr euch nachher eine Kaffeetasse (Made in China) mit Hula Girls drauf mitnehmen, die sonst zwei Dollar kostet.
Werbung: Freebies galore!
Womit wir beim Wichtigsten wären: Souvenirs. Niemand fliegt ohne wieder zurück. Bei mir gab es Jahre, wo das so eskaliert ist mit dem Swag, dass ich meinen Koffer gar nicht mehr zubekommen habe. Gefreut haben sich dann immer die Zimmermädchen im King Kam Hotel, vor allem, weil bei mir alles in XL war.
Ryzon
Los geht es mit den Freunden von Ryzon. Die findet ihr u. a. hier.
RYZON® KONA BASE
77-6336 Ali‘i Drive
Kailua-Kona, HI 96740

Wer da freundlich mit dem Code „DerB_KONA“ winkt, der bekommt ein Paar Socken, einmalig gültig pro Person, und vermutlich: wenn weg, dann weg. Von 9 bis 14 Uhr gibt es da auch lecker Kaffee für lau. Die Herrschaften aus Köln partnern, wen wundert es, auch wieder mit denen aus Koblenz.
Canyon
Canyon bietet, solange Kapa da ist, einen kostenlosen Schrauberservice für die fünf bis zehn Speedmax, die wohl wieder vor Ort sind. So ein Service ist natürlich gerade vorm Saisonhighlight und/oder wenn wieder was beim Transport knack gemacht hat Gold wert und entlastet auch die Wrenchies von Bike Works. Anmelden muss man sich vorher hier drunter.
Dazu gibt es da noch ein Goodie Bag samt, yeah, T-Shirt und wenn ihr Glück habt, könnt ihr auch ein Selfie mit Moritz und Caspar machen. Das sind zwei Gesichter hinter dem Entwicklerteam vom neuen Speedmax:
Fragt denen gern mal Löcher in den Bauch. Etwa warum da vorne nun doch wieder zwei statt ein Griff dran sind und wer sie auf diese grandiose Idee mit den Haken am Cockpit gebracht hat. Für alle anderen Modelle gibt es die Enterhaken für Aerolenker zum Nachrüsten ja schon ewig hier. Wo wir gerade dabei sind:

Hier geht es zum
Profile Design
Die Aeroheads von Profile Design residieren wie immer auf der Messe zwischen Alii Drive und Pazifik und schwitzen sich die Seele aus dem Leib. Für euch habe ich da folgenden Deal am Start: Geht hin und sagt bei Ingo, Ian oder Shane hallo von The Big Baranski. Die ersten zehn von euch bekommen ein Cap gegen die Sonne. Die ist da immer Gold wert. Wenn ihr richtig nett sein wollt, bringt denen was Kaltes zu trinken aus einem der ABC Stores mit. Und immer dran denken: „Save your receipt to get free gift!“. Die Messe geht übrigens von Dienstag bis Freitag.
Partnerdeals für alle Daheimgebliebenen
Du hast die Quali nicht geschafft? Oder keinen Bock oder keine Kohle für den Trip? Oder du bist gar kein Triathlet, sondern hier nur per Zufall gelandet? Alles nicht schlimm, auch für dich habe ich was. Hier geht es zu meinen aktuellen Partnern und mit den da hinterlegten Codes sparst du schön was bei Powerbar, Ryzon, Swiss Side und Orthomechanik.
Weil ich weiß, dass die Frage ganz logisch ist: Nein, ich setze dieses Jahr mal aus und fahre stattdessen mit meiner Liebsten ein paar Tage in den Urlaub.
Euch allen vor Ort oder zu Hause an den diversen Feeds und Livestreams wünsche ich ein spannendes Rennen. Cremt euch schön ein, setzt immer was auf, trinkt genug und wenn ihr einen meiner ehemaligen Lieblingskollegen auf der Straße liegen seht beim Fotografieren, dann bitte nicht nachmachen. Er ist nämlich ein professionell trainierter Stuntman und nur für euch im Einsatz.

Schönen Winter, wir sehen uns!

PS: An alle Norminatoren und anderen Touris, der Lei wird bitte vor der Abreise wieder dem Meer übergeben, alles andere bringt Unglück, Platten und sowas.



